Dienstag, 20. April 2010

Was mir Sorgen macht


Was mir so sehr zu denken gibt, ist die Bereitschaft der Gesellschaft, sich mit dem DS, bzw mit "Behinderungen" an sich auseinanderzusetzen, angeht.

Ja, klar wirst du mit deinem Kind "gesehen", aber wenn sich ein jeder genauer informieren würde, hätten wir Eltern nicht diesen weiten Weg der Integration...es ist ähnlich, wie mit unseren ausländischen Mitbürgern...was ich nicht kenn, macht mir Angst, "Das muss ja wohl wirklich nicht sein"!!!.......Muss es wohl!!!!

Ich denke, das ist mit ein Grund, warum Jonathan uns als Familie ausgesucht hat....Interesse am Nächsten. Toleranz gegenüber dem Leben an sich.

Die Zahlen der Abtreibungen bei einer vorgeburtlichen Diagnose sprechen für sich.
Wir habe uns bewusst gegen eine Fruchtwasseruntersuchung entschieden....was hätte es geändert??? Ich hätte ihn mir NIEMALS nehmen lassen!!! (ich bin nicht die Heilige...hatte schon einen Abbruch....hat mich fast meine Seele gekostet ).

Als ich mit Jonathan in der 34.SW war mussten wir ins AKH Wien, um ein CTG machen zu lassen. Wir wurden darauf hingewiesen (mit Unterschrift) das, sollte ein "Defekt"
vorliegen, ein Schwangerschaftsabruch möglich wäre.

Da sitzt du nun...dicker Bauch, dein Baby in dir.....sind die verrückt??!!

Unsere Kinder werden wissen, dass 90% der Mütter mit der Diagnose DS (Behinderung) nicht leben können...bzw. die Kinder nicht leben dürfen. Und das alles nur, weil sie nicht WISSEN, welche Bereicherung unsere Kinder sind.

Ich möcht nicht tauschen....ich möcht keinen anderen Sohn als eben diesen.
Was ich will, ist meinem Jonathan gerecht werden...meiner Familie gerecht werden...mir gerecht werden.

Danke für die Chance, Lebensplan!!!

Kommentare:

MonikaMaria hat gesagt…

Liebe Barbara

Die «unbewusste» Erinnerung an die Einheit/den Urgrund aller Wesen wird zur Urangst des «Menschen» im Diesseits.

Der WEG geht durchs «Nadel-Öhr»:
die Sicht-Weise oder Sicht-Waise,
die Hör-Weise oder Hör-Waise,
die Sprech-Weise oder Sprech-Waise.

Grüß Euch ganz herzlich!
Lass uns weiter Pioniere sein.
Ich wollte es damals auch nicht wissen – und habe viel gelernt dabei. :-)

Monika

jonathan und seine familie hat gesagt…

Anerzogene Ängste...seit Generationen...Erbmaterial?

Lasst uns das abstreifen!!! Ist das Leben dadurch nicht viel freier, offener, und gibt es uns dadurch nicht mehr Geborgenheit...im Andersein dürfen!!

ich will Mutter sein...meine Kinder nicht verwaisen lassen!

Barbara

MonikaMaria hat gesagt…

Liebe Barbara

So könnte man das sagen.
Sie sind nicht nur anerzogen, sondern erlebt ... durch den Strom des Vergessens. Das Geschenk: unser Lebensplan.


Most of all, I wish you love. Ein schöner Post, der mir bekannt vorkommt. :-)

Lass uns in Beziehung sein. Dann sind wir ER(SIE)-innert – an die MENSCHEN-Familie.

Ganz herzlich
Monika

PS. Frei von Sorgen ... frei von Angst :-))

EIN
«Fach»
Vertrauen

jonathan und seine familie hat gesagt…

JA!!!


Barbara

Zwieback hat gesagt…

Du hast Deinem Sohn hier eine wunderschöne Liebeserklärung gemacht, wenn ich das so sagen darf.

Weisst Du, ich denke, dass die Menschen (oder sagen wir mal viele davon, es sind ja zum Glück nicht alle) generell ein Problem damit haben, wenn jemand anders ist als die "Normalität" es vorschreibt.
Das fängt oft schon bei der Brille im Schulalter an und hört bei Behinderungen noch lange nicht auf. Geh mal laut singend über die Strasse, was glaubst Du, was die Leute sich das Maul zerreissen? :D

Als wir die Diagnose bekamen, mein Kind habe einen Herzfehler und vermutlich das Down Syndrom reagierte mein gesamtes Umfeld nur auf das Down Syndrom, der Herzfehler fiel da als reparabel unter den Tisch. Niemand konnte verstehen, das ich das genau anders herum gesehen habe.

Was mich an Deinem Post wirklich geschockt hat, ist der Hinweis der Ärzte, in der 34. Woche könnte man ja noch einen Abbruch vornehmen. Das macht mich gerade sehr sprachlos. Ich wundere mich direkt, dass mir keiner der Ärzte überhaupt den Vorschlag unterbreitet hat.

Freu Dich über Dein Kind und lass Dir von niemandem was anderes einreden, Du hast einen ganz süssen kleinen Knirps.

Liebe Grüsse Manuela

jonathan und seine familie hat gesagt…

Meinem Mann und mir ging es damals genauso...wir waren fassungslos.

Das ganze lief auch recht routinemäßig ab...wir bekamen zu unterschreiben, darüber aufgeklärt worden zu sein, dass, sollten schwerwiegende probleme vorliegen, die Möglichkeit bestände....

Alle waren dort sehr zurückhaltend und wollten sich nicht wirklich festlegen.

Es gab auch gar keine wirklichen Hinweise, das etwas nicht stimmen könnte...Jonathan war halt zu klein und wuchs nicht mehr.

Im Mödlinger KH hat man uns da gut aufgefangen...mehr als einmal schüttelten die Ärzte und Schwestern den Kopf über dieses Vorgehen im AKH.

Wenn ich zurückdenke, ist es, als würde ich durch Watte, durch dichten Nebel sehen.

Es war eine Zeit, die du einfach durchstehst...besser wurde es mit unserem Sohn im Arm. :-))

Tja, vorbei und bewältigt!!

Liebe Grüsse Barbara

Katharina hat gesagt…

Ich les erst heute deine Beiträge der letzten Woche, so auch diesen.
Mir hat es richtig das Herz zusammengekrampft- dass Ärzte so etwas tun. 34te Woche- unglaublich. Anderweitig wird ab 24ter Woche bei Frühchen ums Überleben gekämpft und im nächsten Raum passiert sowas.
Der Kleine wird sich bestimmt später glücklich schätzen, euch als Familie zu haben.