Mittwoch, 20. April 2011

Pflegeheim

Der Schnuppertag im Tageszentrum für alte Menschen verlief so fein!
Wir einigten uns auf fünf Tage in der Woche, früh Morgens und Abends kommt eine Pflegekraft und kümmert sich um Oma.
Um 8 Uhr wird Oma abgeholt, verbringt gute, gefüllte Stunden im TZ und gegen 16 Uhr kommt sie heim und hat ihren Mann, ihre gewohnte Umgebung.
Und jetzt scheitert das Ganze am Transport.
Oma ist zu wenig mobil, da sind vier Stufen, die es zu bewältigen gibt.
Wir haben eine halbe Stunde gebraucht, um aus dem Auto in die Wohnung zu gelangen.
Zu dritt.
Sie hat in den letzten drei Wochen so erschreckend abgebaut!
Weder das Transportunternehmen des TZ noch die für uns zuständige Pflegeeinrichtung übernehmen die Verantwortung für den Transport.
"Versicherungstechnisch nicht machbar"...sagte man uns.

Alle raten uns zu einem Pflegeheim.
Opa möchte ein Pflegeheim.
Ich will ein Pflegeheim.
Doch es fühlt sich nicht gut an.
Wie resignieren.
Wie aufgeben.

Nimm es an.....das erscheint mir...zu einfach?
Gibt es einen anderen Weg und ich seh ihn nicht?
Aber es ist ja gar nicht mein Weg, Großvater und Großmutter sind die Eigentlichen, die ihn gehen müssen.
Das macht es so schwierig.

"Das Beste" wollen.
Hm, was ist das?
Wie ist das?
Wie fühlt sich "das Beste" an?
Für Oma?
Für ihren Mann, der nicht fassen kann, was mit seiner Frau passiert?
Für uns, seine nächsten Verwandten?

Ich weiss es nicht.

Kommentare:

Niklas hat gesagt…

Ach liebe Barbara.
Meine Oma ist nun seit fast drei Jahren im Pflegeheim. Es hätte zu hause nicht mehr funktioniert. Einen Opa hab ich aber schon länger nicht mehr. Einzusehen, dass es nicht mehr geht - sein gewohntes, geliebtes Zuhause verlassen müssen. Und als Angehörige sich einstehen müssen, dass man es wirklich nicht mehr schafft alleine..... Das ist alles sehr schwer und kostet viel Kraft.
Meiner Oma geht es gut im Pflegeheim. Sie nennt seit langem schon ihr Zimmer dort "zuhause". Sie bekommt abwechselnd Besuch - mehr (das muss ich eingestehen) als früher sogar. Und wir haben die Gewissheit, dass sie dort gut umsorgt wird. Allerdings haben wir das "Glück", dass Oma keine 5 Minuten weit ungegebracht ist. ein Katzensprung also.
Ich drück euch ganz fest. Es ist nicht resignieren. Du erzählst mit so viel Liebe..... das kann nur gut sein!
Tanja

Niklas hat gesagt…

Noch was will ich loswerden:
das neue Bild von Jonathan: Ich liebe es! ja, er ist ein starker grosser Mann ;)

Tretswelt hat gesagt…

Hallo ihr lieben Was macht mein Jonathan?
Ich weiss es ist schwer solche entscheidung zu treffen...und was für möglichkeiten gibt...oh je.Weiterhin viel Erfolg und schöne Osterfest,Bussi.Luciene.

Postpanamamaxi hat gesagt…

Du Gute,
natürlich willst Du das Beste für Deine Familie. Und das ist gut so.

Aber ich spüre bei Dir einen Widerstand gegen das Pflegeheim. Du nennst es Aufgeben. Und ich bin ziemlich sicher, dass Du eigentlich Abschieben schreiben wolltest.

Das ist es aber nicht.
Wenn Jonathan sich ein Bein brechen würde (was bitte nie passiert), bringst Du ihn auch ins Krankenhaus, weil Du weißt, dass es dort Menschen gibt, die ihm besser helfen können als Du mit all Deiner Liebe und Nestwärme. Manchmal muss man eben die Fachleute beauftragen.

Darum hat es nichts mit Aufgeben zu tun, wenn Ihr jetzt feststellt, dass die Uroma nicht nur dement, sondern auch noch gebrechlich geworden ist, so dass Ihr sie eigentlich gar nicht mehr so betreuen könnt, wie sie es eigentlich bräuchte. Demenz UND Gebrechlichkeit ist eine schwierige Kombi. Dafür braucht es Fachleute mit spezieller Ausbildung. Und das kannst Du als Familienmitglied nicht allein schaffen.

Denk dran, Du hast auch noch Jonathan, der Dich besonders fordert.
Und ihm bist Du als Mutter stärker verpflichtet als den Urgroßeltern.

Müsste ich in einer Notsituation zwischen meinen Eltern und meinen Söhnen entscheiden, dann kämen meine Söhne zuerst. Und ich weiß, meine Eltern würden genau das von mir erwarten.

Der Uropa spürt auch dieses. Neben seiner Überforderung, die die veränderte Lebenssituation für ihn wie für Euch bedeutet.

Manchmal ist es klüger, einen Baum zu verpflanzen, solange er noch einigermaßen Wurzeln bilden kann.

Und wenn Ihr, so wie ich Dich einschätze, ein schönes Pflegeheim mit gutem Personalschlüssel und in Eurer Nähe auswählt und häufig bei den Urgroßeltern vorbeischaut, dann hat das auch nichts mehr mit Abschieben und Aufgeben zu tun. Sondern mit der richtigen Entscheidung in einer schwierigen Situation.

Man muss die Menschen ihre Wege gehen lassen. So wie Jonathan, der sich ein extra Chromosom in die Tasche gesteckt hat, als er zu Euch kam. Sein Weg. Also lasst den Uropa und die Uroma ihren Weg gehen und haltet sie nicht auf in einer Situation, die immer schwerer handhabbar werden wird für alle Beteiligten.

Euer Uropa ist ein weiser und starker Mann.
So wie Du.

Ich wünsche Dir eine Schulter zum Anlehnen, ein Ohr zum Zuhören und eine Hand, die Deine einfach mal streichelt und hält.

Deine Postpanamamaxi

Postpanamamaxi hat gesagt…

Ja, schönes Foto von Jonathan. "Ich bin der König der Welt!" und gottseidank weit und breit keine Titanic zu sehen.
Ein schöner raum-greifender Schnappschuss eines kleinen besonderen Kerls.

Hans hat gesagt…

Vielleicht hilft es dir? Oder noch? Egal... kann nicht schaden.
http://www.seniorplace.de/regionalverzeichnis.html

Zauberhafte Ostertage für dich :-)

jonathan und seine familie hat gesagt…

Spätzle, das ist ja eine deutsche Info-Seite.
Aber ich hab schon ganz ähnliche Seiten für Österreich, bzw Wien gefunden.
Es geht voran...

Frohe Ostern!!
Barbara

Hans hat gesagt…

DANKE Mausi :-)

dicke, alte Frau hat gesagt…

Liebe Barbara, es ist für die eigentlich "Betroffenen" manchmal leichter, als man als Mitbetroffener denkt. Nie wird es leicht sein, einen solchen Schritt zu gehen.
Vielleicht ist es aber etwas leichter, wenn man die Oma dort unterbringt, solange sie noch die Möglichkeit hat, sich einzuleben und man sie abwechselnd täglich besuchen kann.
Man kann es ja über eine Kurzzeitpflege versuchen, wie man sich damit fühlt, und natürlich, wie es der Oma dann geht.
Ich weiß wie schwierig das ist, andererseits scheint es ja auch daheim schwierig zu sein.
Gibt es bei Euch vielleicht eine Demenz-Selbsthilfe-Gruppe? Die haben hier auch ehrenamtliche Begleiter, die die Großeltern daheim besuchen und sich dann mit der Oma beschäftigen würden.
Vielleicht kann man ja mit Familie, einer solchen Gruppe und guten Freunden zusammen ein Netzwerk bilden, damit es daheim noch geht.
Ich drücke Euch die Daumen!
Übrigens ist Dein neuer Header toll, der kleine, starke Mann, ganz herzliche Grüße, die Christiane

jonathan und seine familie hat gesagt…

Ach, ihr Lieben!
Donnerstag wurde Oma Not-eingewiesen.
Sie ist vollkommen apatisch, fiebert und hustet.

Sie wurde in ein Geriatriezentrum gebracht, in dem schon die Mütter meiner Großeltern gestorben sind.
Böse Erinnerungen!!
Nicht schön :-(

Ich versuche alles, Oma in ein anderes Heim verlegen zu lassen.
Sie tut mir so leid.

Danke für eure Worte, das hilft mir.
Barbara