Dienstag, 13. September 2011

Kindergarten

Wir sind in der zweiten Woche.
Unser Großer kränkelt, heute Früh schlimmer als jetzt, alles halb so wild, aber wir konnten heute nicht in den KG, Jonathan und ich.
Ich mach mir ein bisschen einen Kopf, ob wir das bis in den Oktober schaffen, dass Jonathan im Kg bleibt. Ich sollte dann meine Arbeit antreten.

Er entfernt sich wohl mal von mir, aber er stürzt in eine Krise, wenn er mich nicht gleich sieht.
Letzte Woche, ich hatte ein paar Wege, war mein Mann mit ihm....die HP meinte, er wäre da entspannter gewesen, hätte die Distanz besser ertragen.

Als Jonathans Herzfehler festgestellt wurde war es fast zu spät.
Die Ärzte in Linz wollten nicht mehr operieren, so spät war es!
Diese Todesangst um meinen Sohn hat mich geprägt, hat das Band zwischen meinem Sohn dick und fest gemacht, fester als ich mir bewußt bin?
Binde ich ihn zu sehr an mich?

Aber da prallen wieder einmal unsere zwei Welten aufeinander.
Ich, die ich ungeduldig und ängstlich, alles richtig zu machen, bin.
Vor allem in neuen Situationen.
Und Jonathan, der sich seine Zeit nimmt.
Die HP meint auch, sie hätte nicht den Eindruck, dass er ängstlich wäre.
Die Tatsache, dass Mama nicht da ist, verunsichert ihn.
Wir beide sind es so sehr gewohnt, zusammen zu sein.
Er ist nie mal ein Wochenende von uns weg, bewegt sich aus unserem Verband heraus.

Man hat mir gesagt, die Eingewöhnung würde so an die zwei Wochen dauern...na, ich bin gespannt!
Ich habs nicht eilig, nicht falsch verstehen, aber ich will meinem Sohn auch nicht im Weg stehen.

Phu, ich hab den Eindruck, ich find heut nicht die richtigen Worte.
Zu sehr geschehen die Dinge auf reiner Gefühlsebene, sind nicht in Worte zu fassen.
Viel zu unklar.

Kann man zu sehr lieben?




Kommentare:

Hans hat gesagt…

Kann man nicht Barbara! Eher zu wenig. Hast du nicht bisher immer auf deinen Bauch und dein Herz gehört?! Und war jemals etwas falsch daran?! Na???? Noch Fragen?? :-)

Maria hat gesagt…

Bitte mach Dir keinen Kopf, was "man" über die Dauer der Eingewöhnungszeit sagt. Du wirst das schon richtig spüren.

Bei Felix haben ganz ganz langsam eingewöhnt (mehr als 2 Wochen), es hat super geklappt. Und im November gab es trotzdem plötzlich bittere Tränen und Abschiedsschmerz.

Nehmt Euch viel Zeit füreinander, das Loslassen ist nicht einfach und etwas individuelles auf beiden Seiten.
Aber das weisst Du ja.

Liebe Grüße
Maria

Elisabeth J.-S. hat gesagt…

Doch, Deine Worte, das was Du sagen willst ist schon gut zu verstehen. Aber es ist schwer Dir zu antworten. Dass man zu sehr lieben kann denk ich mal nicht. Aber dass man nicht loslassen kann, das gibt es wohl. Und das spürt er bestimmt. Da müsst Ihr beide was üben. Auch für Dich ist dort noch alles fremd, es ist nicht einfach so einen kl.Spatz allein dort zu lassen. Du musst auch erst Vertrauen in die Betreuer aufbauen.
Manchmal ist das wie mit Wellen. Tagelang geht das Abschiednehmen gut, dann wieder ganz schlecht. Da kommt man nicht aus. Du machst Dir so viele Gedanken, spürst ja selber, dass das Loslassen nun ein Schritt ist der getan werden muss. Es ist ja auch für Jonathan wichtig, er wird älter, er lernt Schritt für Schritt, dass er eigene Wege gehen kann...
Die Bindung zu Dir ist sicher viel enger als zum Papa. Du bist die Mama, Du bist mit im Krankenhaus gewesen, Du bist IMMER da! Geht das, dass Erich öfter das Hinbringen übernimmt? Vielleicht ist das leichter für Dich und Jonathan? Die grosse Tochter hat bei Robert auch schon mitgemacht. Das war auch gut damals.
Ich hab ein gesundes Tageskind, das seid 2 Jahren hier ist. Und auch sie weint immerwieder mal beim Bringen. Tagsüber ist sie dann lustig und frägt nicht nach zu Hause....Sie kam schon mit 5 Monaten. Du siehst, auch da gibt es Tränen. Die Mama hat nach der langen Zeit schon Vertrauen in mich, aber trotzdem fällt ihr der Abschied vom weinenden Kind schwer.
Ich wünsche Euch, dass die Zeit die Erleichterung bringt...aber die Zeit soll sich natürlich nicht Monate Zeit nehmen
Alles Liebe
Elisabeth

FK hat gesagt…

Liebe Barbara,
die Frage (Binde ich ihn zu sehr an mich?) die Du Dir stellst, kannst Du Dir auch selbst beantworten! Mach es mit Dir selbst aus - gib Dir als erte, Deine Antwort! Nur dieses mal ohne "Ausreden und herbeigeführte Argumente." Im folgenden, hast Du Dir ja die Antwort schon gegeben. ;-)
Das Loslassen ist schwer und wird von mal zu mal schwerer, um die Mutter nicht mit einen Schlag zu Überlasten. Das die Väter in diesen Prozess genauso leiden, erwähne ich etwas beiläufig!
"Man hat mir gesagt ..." Zu überdenken wäre, ob das günstig ist.
Das ist doch nicht das, was Du wirklich willst! Die Antwort auf das was Du suchst, findest Du ganz sicher nicht hier. Hier, kannst Du auch "nur" den Weg dahin finden, denn Du allein entscheidest letzendlich.

Kann man zu sehr lieben? ;-)) Die Liebe vermag sogar den Tod zu besiegen!

Einen angenehmen Abend wünsche ich Dir
Fredi

dicke, alte Frau hat gesagt…

Liebe Barbara, meine liebe Zweiflerin, ich kann mich nur den Vorkommentatoren anschließen

kiki-s hat gesagt…

Als sonst stiller Leser muss ich auchmal was dazu sagen:

Jonathan ist die Mama gewohnt. Logisch, dass die Eingewöhnung mit Papa besser funktioniert. Der ist ja zu Hause auch nicht rund um die Uhr bei ihm.
Aber soll jetzt der Papa die ganze Eingewöhnung machen? Und was passiert wenn Jonathan dann nach der problemlosen Eingewöhnung mit Papa mal von Mama in der Kindergarten gebracht wird.

Es bist nicht du, die nicht loslassen kann und es ist nicht Jonathan der zu sehr fixiert ist: es ist die ganz normale alltägliche Bindung, die auf andere Füße gestellt wird.
Und das dauert seine Zeit....Jonathans Zeit.
Gib sie ihm ohne zu hinterfragen und ohne zu klammern, auch wenn lange dauert.

LG Kerstin
(mit einem Eingewöhnungskind von 2 Tagen und einem Eingewöhnungskind von 4 Wochen...beide ohne *Extra* und gleichviel geliebt)